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Tampondruck: Funktionsweise und wann er die beste Wahl ist

Tampondruck ist das einzige Verfahren, das zweidimensionale Grafiken zuverlässig auf dreidimensionale Objekte überträgt. Das Silikontampon passt sich beim Druck der Form an, sodass wir flache, zylindrische, kugelige, konvexe, konkave und sogar strukturierte Oberflächen bedrucken können – den Schaft eines Kugelschreibers, ein abgerundetes Feuerzeug, einen Flaschenverschluss oder einen Knopf am Armaturenbrett.

Technisch handelt es sich um einen indirekten Tiefdruck. Das Motiv ist eine Vertiefung, keine Erhebung, und die Farbe gelangt nicht direkt auf das Produkt, sondern über das Tampon. Daher auch der andere Name des Verfahrens: Tampondruck.

Ein weiterer Vorteil des Tampondrucks gegenüber anderen Techniken ist die Wiedergabe feiner Grafiken. Dünne Linien und kleine Schrift, die beim Siebdruck verlaufen würden, bleiben hier lesbar. Deshalb ist Tampondruck der Standard für Logos auf Kugelschreibern, wo oft nur wenige Millimeter Platz sind.

Er ist jedoch nicht universell einsetzbar. Die Druckfläche ist durch die Tampongröße begrenzt, jede Farbe erfordert eine eigene Vorbereitung, Fotos sind praktisch ausgeschlossen. Unten finden Sie beides – was die Technik kann und wo ihre Grenzen liegen.

Wie funktioniert Tampondruck?

Das Motiv wird in eine Druckplatte – eine Stahl- oder Polymerplatte – geätzt, wobei die Grafik eine flache Vertiefung bildet. Ein Druckzyklus läuft folgendermaßen ab:

  1. Geschlossener Farbbecher steht über dem geätzten Motiv und füllt es mit Farbe.
  2. Der Becher fährt weg und entfernt überschüssige Farbe von der Plattenoberfläche. Farbe bleibt nur im Motiv.
  3. Das Tampon senkt sich auf die Platte. Beim Andrücken wird die Luft herausgedrückt und die Farbe hebt sich aus der Vertiefung auf das Tampon.
  4. Das Tampon hebt sich mit dem Farbfilm in Form des Motivs. In der Platte bleibt jedes Mal etwas Farbe zurück – der Transfer ist nie hundertprozentig.
  5. Während das Tampon weiterfährt, deckt der Farbbecher die Platte wieder ab und füllt sie für den nächsten Zyklus nach.
  6. Das Tampon senkt sich auf das Produkt und überträgt die Farbe. Danach hebt es sich und kehrt in die Ausgangsposition zurück.

Jede Farbe benötigt eine eigene Platte und einen eigenen Zyklus. Ein zweifarbiges Logo bedeutet zwei Platten, zwei Einstellungen und eine genaue Positionierung.

Warum haftet die Farbe am Tampon und dann am Produkt?

Das klingt fast wie Zauberei, ist es aber nicht. Die Farbe haftet nicht am Tampon, weil dieser klebrig wäre – sie wird selbst klebrig.

Wenn der Farbbecher wegfährt, wird die obere Farbschicht im Motiv der Luft ausgesetzt. Das Lösungsmittel beginnt sofort zu verdunsten, wodurch eine dünne, klebrige Schicht entsteht. Genau diese haftet am Silikon.

Auf dem Tampon verändert sich der Farbfilm erneut, sodass die Farbe beim Kontakt mit dem Produkt lieber am Produkt als am Tampon haftet. Der gesamte Prozess ist also ein doppelter Transfer, der von der Klebrigkeit und nicht vom Druck gesteuert wird. Silikon wird gewählt, weil Farbe nicht daran haftet – es erledigt seine Aufgabe und gibt sie wieder ab.

Aus diesem Grund ist das Raumklima Teil der Technik, nicht nur Komfort. Bei zu trockener Luft verdunstet das Lösungsmittel zu schnell und die Farbe dickt vorzeitig ein; bei zu feuchter Luft entstehen Klümpchen und die Farbe lässt sich schlechter aufnehmen und übertragen. Die Luftfeuchtigkeit beeinflusst sogar, ob das Rakel auf der Polymerplatte glatt gleitet oder springt.

Welche Maschinen und Ausrüstung werden benötigt?

  • Tampondruckmaschine – einfarbig oder mehrfarbig, mit mehreren Stationen für mehrere Farben in einem Durchgang.
  • Geschlossener Farbbecher. Ein umgedrehter Becher mit einem Keramikring und polierter Arbeitsfläche, der an der Platte abdichtet. Er übernimmt das Befüllen und Rakeln in einem Schritt. Die ältere Variante ist ein offenes Farbbecken mit Rakelleiste; das geschlossene System verdunstet weniger und sorgt für gleichmäßigere Drucke über die gesamte Auflage.
  • Druckplatten (Klischees). Polymerplatten sind am gebräuchlichsten, da sie einfach zu handhaben sind, halten aber bis zu 50.000 Drucke. Ein gehärtetes Stahlklischee hält über eine Million und wird für sehr große Serien verwendet.
  • Gerät zur Klischeeherstellung. Klassisch erfolgt dies durch Belichtung mit einem Filmpositiv und chemisches Ätzen. Moderne Methode ist das Laserätzen direkt aus der Datei – schneller, präziser und mit stabilerer Qualitätskontrolle.
  • Tampon-Sortiment. Rund, lang und schmal sowie Zwischenformen, in kleinen, mittleren und großen Größen, mit unterschiedlichen Härtegraden. Härtere für flache, weichere für stark gewölbte Oberflächen. Für Spezialfälle wird das Tampon individuell gefertigt. Die Form des Tampons entscheidet, was noch bedruckbar ist.
  • Farben. Meistens lösemittelbasierte Farben, die vor Gebrauch mit Zusätzen gemischt werden. Es gibt auch UV-Farben, die erst unter UV-Licht aushärten und vor der Härtung von vielen Oberflächen abgewischt werden können – bei Fehlern ein großer Vorteil. Außerdem gibt es wärmehärtende und Zweikomponentenfarben – letztere sind in der Dose nur wenige Stunden haltbar.
  • Halterungen und Vorrichtungen für das Produkt. Für ungewöhnliche Formen muss eine Vorrichtung gefertigt werden, die das Objekt immer gleich hält – ein versteckter Kostenfaktor, mit dem viele Kunden nicht rechnen.
  • Saubere Oberfläche. Die Fläche muss sauber und frei von Rückständen sein, sonst haftet die Farbe nicht, egal wie gut alles andere eingestellt ist.

Wir führen den Tampondruck auf unserer eigenen Maschine durch und stellen die Klischees selbst her. Das bedeutet, dass die Vorbereitung nicht auf einen externen Lieferanten warten muss – bei kurzen Fristen ist das oft der Unterschied, ob die Umsetzung möglich ist oder nicht.

Wie läuft der Ablauf von der Grafik bis zur Lieferung?

  1. Grafikempfang und Prüfung. Vektordatei, farbsepariert. Was als Bilddatei ankommt, muss nachgezeichnet werden.
  2. Farbseparation. Eine Datei pro Farbe, dazu Festlegung der Pantone-Töne.
  3. Klischeeherstellung für jede Farbe.
  4. Maschineneinstellung. Produkt einspannen, Tampon auswählen, Motiv positionieren, Farbe mischen.
  5. Probedruck und Bestätigung von Position und Farbton.
  6. Druck der Auflage, Farbe für Farbe.
  7. Trocknung und Kontrolle. Die Farbe ist nach wenigen Sekunden oberflächlich trocken, komplett ausgehärtet aber deutlich später – erst dann ist der Druck wirklich beständig.
  8. Verpackung und Versand.

Die Schritte 2 bis 5 sind die zeitintensiven, die der Kunde nicht sieht. Deshalb ist der Stückpreis bei kleinen Auflagen hoch, bei großen niedrig – die Vorbereitung ist für 100 und für 5.000 Stück gleich.

Die Produktionszeit beträgt 14 bis 21 Tage, je nachdem, ob Saison ist. Das gilt für alle unsere Produkte, nicht nur für Tampondruck.

Bei einem festen Veranstaltungstermin muss man diese Zahl rückwärts rechnen. Eine Bestellung, die drei Wochen vor dem Event eingeht, lässt keinen Spielraum – weder für Grafikprobleme, noch für Farbabstimmung oder Nachdruck, falls der erste Druck nicht passt.

Was kann Tampondruck – und was nicht?

Warum ist Tampondruck die erste Wahl für Kugelschreiber und Feuerzeuge?

Ein Kugelschreiber ist schmal, rund und bietet nur wenige Millimeter Höhe. Ein Feuerzeug ist klein, abgerundet und aus Kunststoff, der vorbereitet werden muss. Beide sind genau das, wofür Tampondruck gemacht ist: kleine Fläche, gewölbte Form, feine Grafik, große Auflagen.

Bei beiden ist auch das Verhältnis von Druckkosten zu Produktpreis günstig. Die Vorbereitung ist dieselbe wie bei teureren Artikeln, das Produkt selbst ist günstig – so bleibt der Gesamtpreis für die Promotion niedrig. Und beide Produkte werden im Alltag tatsächlich genutzt und landen nicht in der Schublade.

Das gilt für alle Produkte mit kleiner, gewölbter oder beidem Oberflächen – von Kugelschreibern bis zu Besteckteilen in Business-Geschenken:

PRODUKTE

Klassischer ABS-Kugelschreiber mit Drehmechanik. Schmaler, runder Schaft mit wenigen Millimetern Höhe für das Motiv – genau die Fläche, für die Tampondruck gemacht ist.

Mehr über das Produkt erfahren Sie hier.

Kartenetui. Kleine Kunststofffläche, zu klein für Siebdruck, aber ideal für Tampon.

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Flambierbrenner Pesaro in Schwarz. Das Gehäuse ist für die Hand und nicht für die Druckmaschine geformt, aber das Tampon passt sich der Krümmung an und das Logo bleibt lesbar.

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Weinset in Naturausführung. Das Logo kommt direkt auf das Besteck, nicht nur auf die Verpackung – kleine, gewölbte Flächen, wo Siebdruck versagt.

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Das gesamte Angebot finden Sie bei Kunststoff-Kugelschreibern und klassischen Schlüsselanhängern. Beides sind Produkte, die wir am häufigsten mit dieser Technik bedrucken.

Wie viele Farben können wir drucken?

Bis zu vier Farben. Diese Regel gilt bei uns für alle Techniken mit separaten Farben, nicht nur für Tampondruck: Jede Farbe bedeutet ein eigenes Klischee, eine eigene Einstellung und einen eigenen Zyklus – daher steigt der Preis mit jeder weiteren Farbe stufenweise.

Alles über vier Farben hinaus ist kein Fall für separate Farben mehr. Dann handelt es sich um Vollfarbdruck, bei dem das Motiv in Grundfarben zerlegt wird. Geht eine mehrfarbige Grafik auf Textil, ist die Antwort Digitaltransfer; auf Metall oder Kunststoff ist es UV-Druck.

Ein interessantes Detail, das viele Kunden nicht kennen: Mit nur einer Farbe lassen sich mehrere Töne erzielen, wenn sich in der Platte die Ätztiefe oder die Rasterdichte ändert. So bekommt ein einfarbiges Motiv hellere und dunklere Bereiche, ohne ein weiteres Klischee.

Beim Mehrfarbdruck muss man auf das Register achten – die genaue Ausrichtung der Klischees zueinander. Da sich das Tampon beim Druck verformt, sind Logos, bei denen die Farben ohne Kontur aneinanderstoßen, anspruchsvoller als solche mit Abstand zwischen den Farben.

Welche Grafik wird benötigt?

Vektordatei – Illustrator, EPS, PDF mit Pfaden. Texte in Pfade umgewandelt. Farben nach Pantone-Skala definiert, nicht nach Bildschirmansicht.

Was wir regelmäßig zurückgeben: Logos als JPG oder PNG, Farbverläufe und Schatten, Transparenzen und Linien, die dünner sind als das, was das Klischee noch halten kann. Verläufe sind nur als Raster möglich, und auf kleinen Flächen ist das Raster sichtbar.

Wenn keine Vektordatei vorliegt, muss sie nachgezeichnet werden. Das ist eine kostenpflichtige Arbeit, und es ist besser, das vorher zu wissen, als es später auf der Rechnung zu sehen.

Wo sind die Grenzen: Materialien, Größe und Form?

Silikon nimmt keine Farbe auf – was für das Tampon ein Vorteil, für Silikonprodukte aber ein Problem ist. Polypropylen und Polyethylen haften nur nach Flammen- oder Plasmavorbehandlung oder nach Grundierung. Textilien sind kein Material für Tampondruck: Die Fasern saugen die Farbe ungleichmäßig auf und das Ergebnis ist unsauber.

Die Größe ist eine harte Grenze: Die maximale Tampondruckfläche bei uns beträgt 60 × 60 mm. Das Tampon hat seine eigene Größe und Geometrie, und wenn das Motiv darüber hinausgeht, was das Tampon noch aufnehmen und gleichmäßig übertragen kann, leidet die Qualität an den Rändern. Ein größeres Motiv braucht eine andere Technik.

Die Form ist weniger einschränkend, als man denkt. Konkave und konvexe Flächen sind problemlos möglich, ebenso strukturierte und aus mehreren Winkeln zusammengesetzte – das Tampon passt sich der Krümmung an. Was nicht geht, sind scharfe Kanten und tiefe, schmale Vertiefungen, in die das Silikon nicht bis zum Boden gelangt.

Tampondruck oder Siebdruck?

Hier geht es nicht um Stückzahlen. Entscheidend sind Größe und Präzision.

Ein Feuerzeug oder Kugelschreiber im Siebdruck ist schwierig oder unmöglich zu bedrucken. Das Sieb benötigt eine flache Oberfläche und ausreichend Platz, was bei solchen Produkten fehlt. Tampondruck funktioniert auf kleinen, gewölbten und unregelmäßigen Flächen und hält dort feine Grafiken – deshalb ist er auf diesen Produkten praktisch die einzige ernsthafte Option.

Siebdruck kommt infrage, wenn die Fläche flach und groß genug ist: T-Shirt, Tasche, Mappe, größere ebene Fläche. Hier liefert er einen dickeren und deckenderen Druck und kann größere Flächen gleichmäßig abdecken, was beim Tampondruck in dieser Größe nicht möglich ist.

Die Grenze ist also physisch, nicht preislich. Auf der einen Seite bis 60 × 60 mm und gewölbte Form, auf der anderen eine flache Fläche ohne diese Einschränkung. Wenn Ihnen jemand Siebdruck auf einem Kugelschreiber anbietet, fragen Sie nach, wie das gehen soll.

Von Keramik bis Tastaturen

Woher stammt der Tampondruck?

Einfache Formen des Drucktransfers mit Pads gibt es seit Jahrhunderten, die nutzbare Technologie entstand jedoch im 20. Jahrhundert.

Der Durchbruch war das Murray Curvex-Verfahren, das in den späten 1940er und frühen 1950er Jahren von der britischen Firma Malkin Tile Works entwickelt wurde. Zuvor wurden Muster auf Teller und Tassen von Hand oder mit zeitaufwendigen Papiertransfers aufgebracht. Die neue Maschine nutzte ein weiches Gelatine- oder Silikontampon, das die Farbe von einer flachen geätzten Platte aufnahm und auf die unebene Oberfläche des Geschirrs drückte. Das ermöglichte der Keramikindustrie eine schnelle und gleichmäßige Dekoration gewölbter Flächen, und Mitte des Jahrhunderts war die Maschine Standard in den Porzellanmanufakturen von Staffordshire.

Parallel dazu setzte sich die Technik nach dem Zweiten Weltkrieg in der Uhrenindustrie für das Bedrucken von Zifferblättern durch. Den eigentlichen Durchbruch gab es in den späten 1960er und 1970er Jahren, als Silikontampons und bessere Maschinen das Verfahren wirklich praktikabel machten. Ab dann war es möglich, auch bisher unerreichbare Oberflächen zu bedrucken – und Tampondruck hielt Einzug in die Massenproduktion.

Wo haben Sie Tampondruck schon gesehen, ohne es zu wissen?

Wahrscheinlich jeden Tag – und Sie wissen fast nie, dass Sie Tampondruck sehen:

  • Buchstaben auf Tastaturen und Taschenrechner-Tasten
  • Logos auf Golfbällen und Eishockey-Pucks
  • Zifferblätter von Armbanduhren
  • Spielzeug – Grafiken auf Hot Wheels- und Matchbox-Autos
  • Medizinprodukte: Spritzen, chirurgische Instrumente, Katheterschläuche, Kontaktlinsen
  • Tabletten und Bonbons – dafür gibt es lebensmittelechte Farben mit FDA-Zulassung
  • Autoteile: Blinker, Knöpfe und Schalter am Armaturenbrett
  • Verschlüsse und Deckel von Getränken, Kosmetikverpackungen
  • Seriennummern und Identifikationskennzeichnungen auf Geräten
  • Absätze von Schuhen

Die Technik trägt nicht nur Farbe auf. Mit demselben Verfahren werden auch leitfähige Pasten, Klebstoffe, Farbstoffe und Schmiermittel aufgebracht – überall dort, wo eine exakt dosierte Menge an eine ganz bestimmte Stelle muss.

Bei Werbeartikeln ist der Grund für den Einsatz derselbe wie bei Tastaturen: ein kleiner, präziser und haltbarer Aufdruck auf einem nicht ebenen Objekt.